Gesundheit

Krankenwagen in der Ukraine

Krankenwagen in der Ukraine

Gesundheits- und Sozialwesen der Ukraine

Die Gesundheitsversorgung in der Ukraine wird durch einen Verfassungsartikel kostenlos garantiert. Darüber hinaus gibt es regionale gemeinnützige Krankenkassen und private Krankenversicherungen. Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Krankenversicherung in der Ukraine, in die Arbeitnehmer automatisch einzahlen.

Medizinische Versorgung und Gesundheitszustand

Die medizinische Versorgung liegt auf dem Niveau Mittel- und Südosteuropas, die Lebenserwartung leicht darunter. Männer werden nach Erhebungen aus den 2000er Jahren durchschnittlich 63 Jahre alt, Frauen 74 Jahre. Damit ist seit den 1990er Jahren, in denen das Land von einer Wirtschaftskrise betroffen war, ein geringfügiger Rückgang beim Gesundheitszustand der Bevölkerung zu verzeichnen. Da es keine obligatorische Krankenversicherung in der Ukraine gibt, müssen umfangreiche medizinische Eingriffe oft privat bezahlt werden, wenn der Patient nicht über eine private Krankenversicherung verfügt oder in einer der regionalen Kassen versichert ist sowie der Staat für eine Operation nicht ausreichend einspringt. Hier dürfte in jedem Einzelfall gesondert entschieden werden. Die staatliche Hilfe wird in Einzelfällen unkonventionell organisiert, so stellen beispielsweise im Fall von Grippewellen auch die Streitkräfte Sanitäter und Ärzte ab, um die Patienten zu betreuen. Die medizinische Versorgung ist regional und zwischen Stadt und Land uneinheitlich gewährleistet. Die Patienten sehen von stationären Behandlungen häufiger ab, stattdessen wird ein Allgemeinmediziner als Familienarzt gewählt. Dessen Behandlungen sind durch staatliche Garantien im Grunde kostenlos, wobei per Gesetzeslage Vorbeugeuntersuchungen, allgemein- und spezialmedizinische Behandlungen, Zahnbehandlungen, Krankenhausaufenthalte, Laboruntersuchungen, Krankentransporte sowie Entbindungen und die gesamte Schwangerschaftsvor- und Nachsorge gewährleistet werden. In Fällen, in denen die staatlich garantierten Leistungen nicht genügen, zahlen Patienten vielfach privat.

Finanzielle Ausgestaltung des Sozialwesens

Per Gesetz sind Abgaben für die Krankenversicherung in der Ukraine nicht vorgesehen, obgleich es adäquate Sozialabgaben wie in anderen Staaten für die Rentenversicherung und auch die Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitsvorsorge durchaus gibt. So zahlen Arbeitgeber vom Bruttoeinkommen eines Arbeitnehmers 32 Prozent in die Rentenpflichtversicherung ein, der Arbeitnehmer beteiligt sich nochmals mit 1 – 2 Prozent an den Abgaben. Auch für vorübergehende Arbeitsunfähigkeit, Geburts- und Todesfälle sind geringfügige Beiträge fällig (2,9 / 0,5 Prozent), ebenso für Arbeitslosigkeit (1,9 / 0,5 Prozent) und Berufsunfälle/Berufskrankheiten (0,2 / 0,0 Prozent). Da eine gesetzliche Krankenversicherung faktisch nicht existiert, wohl aber regionale freiwillige Kassen – Experten sprechen von “undurchsichtigen Verhältnissen” -, decken inzwischen private inländische und internationale Krankenversicherer dieses Feld ab, das allerdings am Beginn einer Entwicklung steht.

Gesundheits-Informationen im Internet

“Dr. Google” wird zu einer wahren Größe im Gesundheitswesen. Immer häufiger suchen Patienten nach Krankheiten, Symptomen und aktuellen Forschungsergebnissen. Nicht nur in der Ukraine, sondern auch in Westeuropa ist dieser Trend anhaltend. So können sich etwa deutschsprachige Internetbenutzer im Gesundheitsmagazin “Medical Observer” über akuelle Entwicklungen im Gesundheitssektor informieren. Ein umfassendes Lexikon von Krankheiten vermittelt auch dem Laien erste Informationen über Symptome, Beschwerden und Krankheiten. Doch nicht nur im Gesundheitssektor boomt die Informationsquelle Internet. Aktuelle Nachrichten aus Poltik, Wirtschaft und Technik beziehen viele Internetnutzer ebenfalls aus dem Internet und sind damit schneller informiert, als mit einer Tageszeitung.

Wellnessurlaub in der Ukraine

Gerade der Wellness-Sektor zählt zu den Boombranchen in der Ukraine. Neben medizinischen Therapien besuchen viele Westeuropäer die Ukraine auch für einen Wellnessurlaub auf einer Beautyfarm. Wellness, Massagen, Anwendungen, Thermalbäder und SPA-Center sind in der Ukraine auf sehr hohem Niveau und preislich außerordentlich attraktiv. Dies gilt auch für medizinische Leistungen. Das niedrige Lohngefüge und die vergleichsweise geringen Kosten machen die Ukraine für “Gesundheitsreisen” attraktiv.

Zum Zahnarzt in die Ukraine

Gerade in Privatkliniken entsprechen die medizinischen Leistungen höchstem Standard und werden von Ausländern etwa für Schönheitsoperationen oder Zahnbehandlungen genutzt. Wenn man allerdings bedenkt, dass Zahnbehandlungen generell vermieden werden können, empfiehlt es sich sicherlich Krankheiten wie Karies oder Parodontitis erst garnicht entstehen zu lassen, sondern man sollte lernen, wie man diese wirkungsvoll vermeiden kann. So konnte etwa der dänische Arzt Dr. Lars Hendrickson eine Therapie entwickeln, die es ermöglicht Karies und Parodontitis zu heilen – ohne Zahnarzt, ohne Schmerzen. In seinem Buch “Zahnarztlügen – Wie Sie Ihr Zahnarzt krank behandelt” schildert er schockierend, wie Patienten vorsätzlich falsch behandelt werden. Denn schließlich verdient ein Zahnarzt nichts an gesunden Patienten. Bevor man sich also Gedanken über eine Zahnbehandlung in der Ukraine macht, sollte man besser mit dem Thema “Zahngesundheit” beschäftigen und den Gang zum Zahnarzt meiden – egal ob in West- oder Osteuropa. Die günstigste Variente ist es allemal. Gerade für Patienten mit Zahnarztangst sind die Ratgeber von Dr. Hendrickson absolut lesenswert. Die Bücher sind in jeder Buchhandlung und natürlich auch bei Amazon erhältlich.

Wissenswertes

Die Ukraine verfügt nach Russland über das flächenmäßig zweitgrößte Staatsgebiet in Europa. Seit dem Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1991 ist die Ukraine unabhängig.


Die Hauptstadt der Ukraine ist Kiew. Die Ukraine hat rund 46 Millionen Einwohner. 46% der Einwohner gehören der Ukrainisch-orthodoxen Kirche an.

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