Schweiz
Die Wirtschaft der Schweiz gehört pro Kopf der Bevölkerung zu den leistungsstärksten der Welt, die Schweizer hatten im Jahr 2010 ein Einkommen von rund 69.800 Dollar (im Vergleich Deutschland: je nach Rechnungsweise 36.000 – 40.000 Dollar), die Schweizer liegen damit an 4. Stelle in der Welt. Den Schwerpunkt der Wirtschaft bildet der Finanzdienstleistungssektor, aber auch die Industrie und der Tourismus tragen erheblich zur Wirtschaftskraft des Alpenlandes bei.
Struktur der Wirtschaft in der Schweiz
Durch die rechtlichen Rahmenbedingungen eines liberalisierten Arbeitsmarktes mit relativ schwachem Kündigungsschutz ist die Schweizer Wirtschaft hoch flexibel, die Arbeitslosenquote ist außerordentlich gering. Sie schwankte in den 2000er Jahren zwischen 1,6 bis rund 4 Prozent. Die Landwirtschaft macht nur 4 Prozent der Gesamtwirtschaft aus (Viehzucht, Milchwirtschaft, Getreide-, Rüben- und Kartoffelanbau, Weinbau). Bekannt ist vor allem der Schweizer Käse. Rohstoffe gibt es wenig bis auf Kies, Ton, Granit, Kalkstein und Salz, weitere Erz-, Kohle- und Ölvorkommen sind unbedeutend. Die Wasserkraft hingegen deckt einen Großteil der Stromproduktion des Landes ab, wobei ebenso fossile Rohstoffe und Kernenergie genutzt werden. Industriell bedeutsam sind der Maschinen- und Apparatebau, die Uhren-Industrie, die Produktion von Nahrungsmitteln und die Chemie- und Pharmaindustrie, zunehmend auch die Medizintechnik. Ein Viertel der Schweizer ist in der Industrie beschäftigt. Eine immer größere Bedeutung für die Wirtschaft in der Schweiz hat der sogenannte tertiäre Sektor, das sind Handel, Tourismus und Banken/Versicherungen. Im Finanzsektor arbeiten zwar vergleichsweise wenige Schweizer (Beschäftigtenanteil im einstelligen Prozentbereich), der Finanzbereich trägt aber überproportional zur Wirtschaftsleistung des Landes bei. Ebenso ist der Tourismus schon seit dem frühen 19. Jahrhundert einer der Schweizer Hauptwirtschaftszweige.
Das Schweizer Bankwesen
Einige der weltgrößten Banken haben ihren Sitz in der Schweiz, so die UBS und die Credit Suisse. Das hat währungstechnische, finanzpolitische und geopolitische Hintergründe. Die Schweiz achtet seit nunmehr über 160 Jahren auf politische, wirtschaftliche und soziale Stabilität, die letzten Kriege fanden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts statt. Man verzichtete in der Folgezeit weitgehend auf sämtliche Beschränkungen im Kapital- und Handelsverkehr und führte gleichzeitig das gesetzlich verankerte Schweizer Bankgeheimnis ein, das erst in den 2000er Jahren auf Druck der Europäischen Union etwas aufgeweicht wurde. Daher stellte die Schweiz in den letzten über einhundert Jahren einen sicheren Hort für internationales Kapital dar und blieb von Eroberungsgelüsten ihrer Nachbarn verschont – jeder hatte und hat Geld in der Schweiz. Allein die schiere Kapitalausstattung von Schweizer Banken macht diese bedeutsam. Hinzu kommt die Stabilität des Schweizer Frankens, die wiederum auch auf einer starken Binnenwirtschaft beruht. Zuletzt wurde diese im Jahr 2011 durch einen Referenzkurs gegenüber dem Euro (nicht mehr unter 1,20 Franken) gefestigt.
