Transparente Informationen im Internet
Weltweit gibt es offenbar einen neuen Trend: Menschen gehen immer bewusster mit ihrer Gesundheit um und suchen aktiv nach Informationen. Sie lechzen regelrecht nach Informationen und Transparenz. Dieser Trend zeigt sich sowohl in der Ukraine als auch in Deutschland.
Immer mehr Menschen informieren sich vor einem Arztbesuch über Symptome im Internet. Aber auch nach dem Arztbesuch durchforsten viele das Internet, auf der Suche nach Informationen: Ist die vorgeschlagene Therapie wirklich notwendig? Welche Alternativen gibt es? Es scheint, dass sich Patienten immer mehr aus einem unmündigen Arzt-Patienten-Verhältnis herausbegeben, um ihre Gesundheit auch stückweise selbst in die Hand zu nehmen.
Diesem Verlangen nach objektiven, transparenten Informationen wird aber im Internet nicht immer Rechnung getragen. Oft werfen zweitklassige Internetportale in Sachen Gesundheit nur Nebelkerzen in die Öffentlichkeit und tragen dabei zur Verwirrung und zur Verunsicherung bei. Wer sich im Internet zum Thema Gesundheit auf die Suche nach Informationen begibt, sollte seine Quellen meiner Meinung nach gut auswählen.
Eine für mich sehr objektive Informationsquelle ist das Gesundheitsmagazin Medical Observer. Studien werden vielfach kritisch unter die Lupe genommen und mit früheren Untersuchungen verglichen. Beispielsweise hat die American Cancer Society Zahlen veröffentlich, wonach weniger Mensch in den Vereinigten Staaten an Krebs sterben. Soweit so gut. Während der Großteil der Medien diese Nachricht eins zu eins übernommen hat, hat die Redaktion von Medical Observer offenbar bedenken: Denn die ACS zitiert als Grund für diesen Rückgang die verbesserten Krebstherapien, wobei das Mittel der Wahl ja eigentlich nur die Chemotherapie ist.
Medical Observer schreibt: „Allerdings gibt es immer häufiger auch kritische Stimmen über den Nutzen der Chemotherapie. Der Epidemiologie Ulrich Abel von der Universität Heidelberg hat etwa ein Jahr lang tausend Publikationen zur Chemotherapie gesichtet. Erschüttert stellte er fest, dass „bei den meisten Organkrebsen keinerlei Belege dafür existieren, dass die Chemotherapie -speziell auch die immer mehr um sich greifende Hochdosistherapie – die Lebenserwartung verlängert oder die Lebensqualität verbessert“.
Da ich das Buch von Jörg Blech gelesen habe, denke ich, dass ein solcher Einwand mehr als nur berechtigt ist. Auch wenn es nur ein kurzer Beitrag ist, so denke ich doch, dass die Medaillen immer zwei Seiten haben – gerade wenn es um das Thema Gesundheit geht und man den Einfluss der Pharmaindustrie bedenkt. Ich denke auch rund um das Thema Gesundheit und Krankheiten ist bei der Berichterstattung viel zu beachten.
